Kantine & Catering

Das Catering – egal ob in der Kantine oder bei einem Event – wird in Sachen Umweltschutz oft als Randaspekt betrachtet, kann allerdings einen erheblichen Einfluss auf die Klimabilanz eines Unternehmens haben. Ein einfacher Kaffeeplausch oder ein Business-Lunch können beträchtliche Emissionen verursachen. Bewusstes Catering reduziert nicht nur Verpackungsmüll und Speiseabfälle, sondern kann bei den Mitarbeitenden durchaus zu langfristigen Konsumänderungen (auch abseits der Mahlzeiten in der Redaktion) führen.

 

  • Regional und saisonal: Achte darauf, dass deine Kantine die Lebensmittel aus lokaler Produktion bezieht und diese möglichst saisonal sind. Es geht auch ohne Erdbeeren im Winter oder die heißgeliebte Avocado. Jeder weiß: Der Transport von Lebensmitteln über große Distanzen erzeugt zahlreiche klimaschädliche Emissionen.
  • Biologisch und nachhaltig: Das Angebot an Bio-Lebensmitteln wächst – und sollte es auch in die Küche deiner Kantine schaffen. Wer Bio anbaut, reduziert die Belastung von Boden, Wasser und Luft mit schädlichen Chemikalien, die in konventionellen Landwirtschaftspraktiken eingesetzt werden. Besser für die Umwelt (stärkt beispielsweise die Biodiversität und Bodengesundheit) – und unsere Körper.
  • Vegetarische und vegan: Vor einigen Jahren hierzulande noch als exotisch angesehen, sind vegetarische und vegane Menüs inzwischen glücklicherweise längst Standard. Oftmals sind die Angebote allerdings noch immer recht einfach und teils einfallslos. In diesen Fällen darf sich die Küche gern mehr ins Zeug legen.
  • Weniger Tier: Nicht jede*r kann sich mit vegetarischen oder veganen Mahlzeiten anfreunden. Doch auch in diesem Fall lässt sich etwas für die Umwelt tun: Falls tierische Produkte Teil des Menüs sind, versuche, den Fleisch- und Milchproduktanteil zu reduzieren. Kleinere Fleischportionen oder der Einsatz von Fleischersatzprodukten können die durch das Essen verursachten Treibhausgasemissionen verringern.
  • Weniger Wasser: Wasser ist schon jetzt eine der wichtigsten Ressourcen und wird in den kommenden Jahren noch wertvoller. Umso wichtiger ist es, dass bei der Lebensmittelverarbeitung (und überall sonst) der Wasserverbrauch so gering wie möglich ausfällt.
  • Einmal ist keinmal: Weg mit Plastik- und Einwegartikeln. Wiederverwendbares Geschirr, Besteck und Gläser sind die Maßgabe. Und auch die gibt’s längst aus umweltfreundlichen Materialien wie Holz, Bambus, Maisstärke, Bagasse, Palmblatt oder Recyclingpapier.
  • Weniger ist mehr: Achte darauf, dass beim Zubereiten energieeffiziente Kochmethoden zum Einsatz kommen. Dazu zählen Induktionsherde, Dampfgarer, Schnellkochtöpfe, Infrarotgrills und energiesparende Öfen.
  • Klimaneutrales Catering: Wenn du selbst bei bestimmten Punkten an organisatorische Grenzen stößt, gibt es auch die Möglichkeit, über externe Dienstleister ein besonders klimaschonendes Catering zu bekommen.
  • Tue Gutes und rede darüber: Informieren deine Mitarbeitenden über die Bemühungen zur CO2-Reduktion und versuche, sie für nachhaltige Ernährungsgewohnheiten zu sensibilisieren. Es geht nicht darum, jemanden zu belehren oder das Steak vom Teller zu verbannen, aber sachlich zu informieren, kann durchaus zu einem bewussteren Konsumverhalten führen.
  • Innovation auf den Teller: Warum nicht essbare oder kompostierbare Verpackungen integrieren, um den Verpackungsmüll zu reduzieren? Oder sich über Urban-Gardening-Konzepte oder vertikale Landwirtschaft in der Nähe eurer Kantine informieren, um frische Zutaten aus unmittelbarer Umgebung zu beziehen?
  • Jeder hat eine zweite Chance verdient: Eigentlich längst ein Muss: Arbeite mit lokalen Verbänden, gemeinnützigen Organisationen oder Food-Sharing-Projekten zusammen, um überschüssige Lebensmittel weiterzuverwerten statt sie in die Tonne zu geben. Auch die eigene Küche könnte ein Zero-Waste-Konzept entwickeln, um Reste des Vortages ins aktuelle Menü einzubauen.

 

In der Praxis

Beim Catering der ARD-Sendung „In aller Freundschaft“ werden stetig mehr regionale, saisonale und Bio-Lebensmittel für die Zubereitung von vegetarischen Gerichten verwendet. Bei Außendrehs erfolgt die Essensausgabe seit Herbst 2022 in Thermo-Porzellangeschirr. Die Landesrundfunkanstalten tauschen sich übergreifend zu Best-Practice-Beispielen aus, um die Verpflegungssysteme weiter zu optimieren. Dazu gehören nachhaltige Verpackungen von Produkten wie Pfandkisten bei der Lieferung von Frischware, das Achten auf Herkunft und Verarbeitung (EU-Bio-Label und ASC/MSC-Siegel), die Minimierung von Speiseabfällen durch Essenvorbestellung und eine ökologisch nachhaltige Bestückung von Snackautomaten.

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Mit diesen Methoden lässt sich ein angenehmes Raumklima schaffen und gleichzeitig die Klimabilanz schonen.
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Est alias.